2 von 3Ist Jesus real? (Episode 2) · 3 Kapitel

2.2 Wie kann ich dem vertrauen, was die Bibel sagt?

Die Geschichten über Jesus sind unglaublich... und es wurde mehr über Jesus geschrieben als über jeden anderen König oder Weltführer in der Geschichte.

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German, Standard (Deutsche)
Die mündliche Tradition spielte eine wesentliche Rolle in der Ausbreitung des Christentums. Es geht um die mündliche Weitergabe von Informationen. Doch vielleicht denkst du: Ich kann mich nicht mal mehr erinnern, was ich heute gefrühstückt habe? Oder vor Jahren? Niemand konnte sich an Jesu Leben und Lehre im Detail erinnern, schon gar nicht 30 Jahre nach seinem Tode. Das ist sicherlich richtig. Doch bedenken wir Folgendes: Unsere Welt heute unterscheidet sich stark von der Welt, in der Jesus und seine Jünger lebten. Wir leben in einer digitalen Welt und unser Geist ist nicht so trainiert wie der der antiken Welt, weil unsere Geräte sich Fakten für uns merken. Mein Vater muss sogar in seinem Telefon die eigene Nummer abfragen. Er ist sicherlich alt. Doch wie viele Nummern kennst du? Deine eigene? In der jüdischen Kultur des 1. Jahrhunderts hatte die allgemeine Fähigkeit des Auswendiglernens ein sehr hohes Niveau. Als Jesus einige Fischer zu seinen ersten Jüngern machte, begann für sie ein völlig neuer Lebensabschnitt, in dem sie fortan umfangreiche Inhalte der Lehren Jesu verinnerlichten. Damals gab es noch keinen Buchdruck. So kommunizierte man vorwiegend durch das gesprochene Wort und schon der durchschnittliche Mensch war es gewohnt, Informationen aufzunehmen und wiederzugeben, oft Wort für Wort. Damals gehörte es zur Ausbildung der Rabbis, die gesamte hebräische Bibel auswendig zu lernen. Das ist vergleichbar mit dem gesamten Alten Testament für uns. Wie ein wissenschaftliches Lehrbuch. Hinsichtlich der Bibel hat jeder von uns unterschiedliche Erfahrungen und einige von uns sind eventuell leicht verwirrt, denn einige denken, dass die Bibel einfach ein gewaltig großes Buch ist. Das lateinische Originalwort für Bibel aus dem Lateinischen, „Biblia“ verweist eigentlich auf eine Büchersammlung. Die Bibel als solche besteht nämlich aus Briefen, Geschichten und Erzählungen und die Inhalte sind tatsächlich historisch, sodass sie von Generation zu Generation weitergegeben werden konnten. Das sehen wir zum Beispiel in der Art und Weise, wie Lukas einen Brief an Theophilus schreibt. Am Anfang dieses Briefes steht: Schon viele haben versucht, all das aufzuschreiben, was Gott unter uns getan hat. so wie es uns die Augenzeugen berichtet haben die von Anfang an dabei waren. Auch ich habe mich entschlossen, allem von Anfang an sorgfältig nachzugehen und es für dich der Reihe nach aufzuschreiben. So wirst du feststellen, dass alles, was man dich gelehrt hat, zuverlässig und wahr ist. Lukas ging sorgfältig vor, um alle Informationen über Jesus zu sichern, doch er konnte es ja nicht damals ins Internet stellen, wo es viral geworden wäre. Man könnte sagen: Lukas persönliche E-Mail an Theophilus wurde an die Welt weitergeleitet. Uns liegen nun die Erzählungen von Lukas und drei anderen Autoren mit demselben Inhalt vor, einfach aus unterschiedlichen Perspektiven. Warum also zweifelt man immer noch an der Verlässlichkeit dieser Augenzeugenberichte? Die Antwort: Egal wie viele Beweise es gibt, um sie zu stützen, diese Geschichten werden immer schwer zu glauben sein. Nun, wenn es nur ein Mann gewesen wäre, der lediglich als Wanderprediger seine Lehren verkündigt hätte, hätten viele kein Problem damit gehabt. Kritisch hier jedoch ist, dass diese Erzählungen von übernatürlichen Wundern berichten. Was diese Geschichten jedoch an die Grenze des Glaubwürdigen bringt, ist genau der Grund, warum es sich lohnt, sie zu glauben. Wunder sind stets schwer zu beweisen, weil sie unser Verständnis über die Funktionsweise der Welt weit übersteigen. Doch ich schlage vor, die Prinzipien und Praktiken von Historikern anzuwenden, die uns auf den besten Weg bringen, an Jesu Wunder zu glauben. Zunächst haben wir die Evangelien, von denen jedes einzelne über Wunder verschiedener Art berichtet. Blinde Menschen sehen wieder, Tote werden auferweckt, Dämonen werden ausgetrieben, und tobende Stürme in Sekundenschnelle gestillt. Hätte Jesus drei Jahre lang große Menschenmengen um sich scharen können – zwischen seiner Taufe mit 30 und seinem Tod mit 33 – wenn er nur ein Betrüger gewesen wäre? Und zweitens: Niemals wurden seine Wunder erfolgreich widerlegt. Es ist natürlich keine Überraschung, dass diejenigen, die ihn geliebt und unterstützt haben, seine Taten anerkannten. Doch überraschend ist, dass die Religionsführer, die ihn töten wollten, sie auch anerkannten. Selbst diese jüdischen Behörden akzeptierten, dass Jesus Wunder wirkte. Ihnen war jedoch zweifelhaft, woher er nun seine Wunderkräfte bezog. Sie formulierten als Anklage, er habe die Kraft böser Mächte. Und nun stellt sich noch die Frage: Warum ist Jesus als ein unbedeutender jüdischer Lehrer trotzdem die historisch am meisten dokumentierte Person? Warum liegen uns über ihn mehr Schriftstücke vor als über jeden anderen König oder Kaiser vor oder nach ihm? Wahrscheinlich, so denke ich, weil er etwas wirklich Außerordentliches vollbrachte.
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