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4.2 Nimmt Gott mich wahr?
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2 von 3Clip 2 von 3Hätte ich Jesus gemocht? (Episode 4) · 3 Kapitel
4.2 Nimmt Gott mich wahr?
Die Bibel zeigt, wie sehr die Menschen Jesus nahe sein wollten. Dieser kurze Film beschreibt die persönliche Begegnung einer Frau mit ihm.
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German, Standard (Deutsche)
Menschen verhalten sich manchmal verrückt in der Gegenwart von Prominenten.
Die Iren sind jedoch besonders.
Meistens nämlich tun wir kaum etwas.
Ich war einmal mit einem Freund in einem Restaurant
und sein Lieblingsprominenter kam herein.
Und trotzdem ich ihn ermutigte, ging er nicht auf den Prominenten zu.
Er wollte ihn in Ruhe lassen.
Jesus war eine Art Prominenter des 1. Jahrhunderts.
Als er in Städte oder auch kleine Dörfer kam,
konnten die Menschen nicht an sich halten. Nicht so wie mein Freund.
Man verkündete, dass Jesus da war und plötzlich standen da Menschen
von nah und fern
Im Markusevangelium ist von einer Frau die Rede,
die sich in ihrem Verhalten von der Menge abhebt.
Sie rastete nicht aus.
Sie tat im Gegenteil alles, um Aufmerksamkeit zu verhindern.
Sie bemüht sich jedoch um die Aufmerksamkeit Jesu.
Um ihre Handlungen zu verstehen, müssen wir mehr über sie wissen.
12 Jahre lang war sie schon von einer Blutungsstörung betroffen,
die ihr schwer zu schaffen machte.
Durch die religiösen Regeln, die sie unter Druck stellten, wurde es für sie noch schlimmer.
Das Tempelreinheitsgebot betrachtete Kranke wie sie
als „rituell unrein“,
sodass sie sozial geächtet wurde.
So stand sie nicht nur unter dem Druck der sozialen Isolierung,
sondern es hieß, dass jeder von ihr berührte Gegenstand ebenso unrein wurde.
Kann man sich das vorstellen? So unrein zu sein, dass man
Menschen anstecken kann?
Wir halten gewisse Gesten für selbstverständlich – wir klopfen jemandem
auf die Schulter, umarmen oder küssen jemanden. Doch in ihrem Fall waren das Verbrechen, die zur Vereinsamung
und zur Abschottung von anderen führten.
Das war extrem ungerecht.
Doch sie will unbedingt geheilt werden. Und so geht sie Risiken ein.
Sie hatte die Kunde vernommen, dass Jesus in der Stadt war.
Man sprach ja von nichts anderem.
Man sagte, er könne die Blinden,
die Tauben und
die Lahmen heilen.
All das deutete für sie klar darauf hin dass er der Messias war.
Die Juden hatten jahrhundertealte Prophezeiungen in ihren heiligen Schriften, dem Alten Testament,
über einen gottgesandten Mensch, der Rettung, Heilung und Verwandlung bringen wird.
Als nun jeder versucht, seine Aufmerksamkeit zu erhaschen,
bemerkt niemand diese Frau, die näher und näher kommt,
bis sie ganz vorne steht, ihre Hand ausstreckt und plötzlich einen Teil vom Gewand von Jesus anfasst.
Sofort fühlt sie, dass sich etwas in ihr verändert hat.
Sie ist voller Freude, will schon gehen, als sie eine laute Stimme hört:
"Wer hat mich berührt?"
Die Menge ist verwirrt, denn jeder berührt Jesus.
Das bemerkten die Jünger schnell.
"Jeder berührt dich hier, Jesus.
Das passiert halt so in Menschenmengen."
Da sagt Jesus: „Nein!“
"Jemand hat mich berührt.
Ich habe gespürt, dass Kraft von mir ausgegangen ist."
Jesus fühlte die Verzweiflung der Frau. Mehr als es die Jünger je gekonnt hätten.
Und Markus erzählt nun,
dass die Frau, die sich nicht unbemerkt davonschleichen konnte, sich Jesus zu Füßen warf
und ihm die ganze Wahrheit erzählte.
Ich kann mir kaum vorstellen, wie lange diese bisher sozial isolierte
Frau von den anderen Menschen schon nicht mehr wahrgenommen wurde.
Mit ihrer Krankheit galt sie nicht nur als dreckig,
sie wurde regelrecht ignoriert.
Genau das ist das Schöne an Jesus.
Es ist ihm nicht genug, dass sie nun wieder völlig gesund ist.
Jesus möchte, dass die Frau wieder sozial wahrgenommen wird.
Er wird nicht durch ihre Berührung verunreinigt – noch durch ihr Auftreten empört.
Er sagt: „Wer berührte mich?“,
weil er sie vom Stigma ihrer Krankheit befreien will.
Und er lädt sie ein, ihre Geschichte vor der gesamten Menschenmenge
zu erzählen – denn genau dann wird sie plötzlich wieder sozial akzeptiert.
Jesus heilte nicht nur ihre Krankheit.
Er stoppte auch ihre soziale Isolierung. Und ihre soziale Ächtung.
Diese Begegnung zeigt mir: Für Jesus bin ich nicht nur einer von vielen.
Nicht nur ein Tagesordnungspunkt, den man als erledigt durchstreicht.
Für Jesus bin ich kein anonymes Gesicht in der Menge.
Ich bin ein Individuum.
Er will mich persönlich kennenlernen. Und er will mich durch die Begegnung mit ihm verändern.