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7.2 Bin ich ohne Kirche besser dran?
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2 von 3Clip 2 von 3Was ist mit der Kirche? (Episode 7) · 3 Kapitel
7.2 Bin ich ohne Kirche besser dran?
Menschen haben sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche schreckliche Dinge getan. Deshalb ist es eine Überlegung wert, dass alle Menschen Hilfe für ihre sündigen Neigungen brauchen.
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German, Standard (Deutsche)
Ich bin schon oft gefragt worden, wie ich an Gott glauben kann,
obwohl so viele Kriege durch Religionen ausgelöst wurden.
Manche sagen sogar, dass wenn die Gläubigen
einfach ihren Glauben an die Existenz eines Gottes aufgeben würden,
die Welt ein weitaus besserer, friedvollerer Ort wäre.
Doch es gibt bereits Nachweise, die darauf hindeuten,
dass Gott aussen vor zu lassen,
nicht notwendigerweise das Problem des Weltfriedens löst.
Das 20. Jahrhundert wurde bereits als tödlichstes Jahrhundert überhaupt bezeichnet.
Im 20. Jh. wurden mehr Menschen getötet als in allen 19 Jahrhunderten davor.
Im 20. Jahrhundert begannen die Chinesen,
die Kambodschaner und die Russen mit ihren Diktaturen.
Diese Regime erschufen Gesellschaften, die allesamt völlig atheistisch waren
und doch ohne Gottesglauben mit brutaler Gewalt vorgingen und selbst
die Menschen des eigenen Landes töteten.
Ich denke, es wäre unfair, der Religion die Schuld in die Schuhe zu schieben
für jeden bisher geführten Krieg.
doch wer sich das Christentum konkret ansieht
und all die abscheulichen Dinge, die im Namen Jesu geschahen,
ist das eine schockierende Realität, die sich durch nichts entschuldigen lässt.
Gandhi, der gewaltlose Aktivist aus Indien,
der sich für die indische Unabhängigkeit von Großbritannien einsetzte, sagte:
„Ich liebe euren Christus, doch nicht eure Christen,
weil eure Christen so anders sind wie euer Christus.“
Seine Kritik am Christentum
bezieht sich auf die dunklen Kapitel der Geschichte des Christentums.
Gandhi klagte jene an, die sich Christen nannten,
sich aber großer Ungerechtigkeit schuldig machten.
Ich stelle mir vor, wie er denkt.
Wie kann die Botschaft von Jesus über den Frieden,
darüber, unsere Feinde zu lieben und die Ungerechten mit Güte zu behandeln,
Krieg und Tod rechtfertigen?
Führe dir mal das Blutvergießen während der Kreuzzüge vor Augen.
Das war eine ganze Serie von Kriegen im Mittelalter
zwischen den europäischen Christen und den Muslimen.
Beide Kriegsparteien begingen schwere Grausamkeiten
angeblich im Namen ihrer jeweiligen Religion.
Ich frage mich, was Jesus wohl sagen würde
zur Zahl der hunderttausenden von Todesopfern während dieser Kriege?
Und ja, es ist auch eine traurige Tatsache, dass viele Christen die Bibel als Grundlage
gebraucht haben, um die Sklaverei rechtzufertigen,
oder als Grund, Rassismus zu billigen.
Das ist entsetzlich.
Dann gibt es noch all jene Menschen in christlichen Führungspositionen,
die sich sexuellem und körperlichem Missbrauch schuldig gemacht haben.
Und diejenigen, die alles gegeben haben, um die Machenschaften geheimzuhalten.
Wie konnte dies überhaupt je geschehen?
Auch wenn das Christentum als Ganzes und eben
einzelne Christen grobe Fehler gemacht haben oder
ein gutes Verhalten unterließen,
will ich hier betonen, dass all diese
Probleme durch Menschen verursacht wurden.
Menschen haben uns enttäuscht,
Menschen haben Fehler gemacht, nicht Jesus.
Denn Jesus definiert das Christentum. Nicht die Menschen.
Jesus zeigt uns Gott,
er ist uns das Vorbild für den Weg der Liebe.
Wer von der Gesellschaft gehasst wurde, wurde von Jesus geliebt.
Wer von seiner Gemeinschaft getötet werden wollte, dem wurde von Jesus vergeben.
Wer von seiner Gesellschaft verachtet wurde,
den heilte Jesus.
Wir sollten nie vergessen, dass Jesus selbst ein Opfer von Ungerechtigkeit war,
und er für seine Feinde um Vergebung bat, währenddem er am Kreuz hing.
Viele Menschen richteten großen Schaden an
und versuchen ihn zu rechtfertigen, indem sie sagen, dass es in Jesu Namen geschah.
Doch deutlicher konnten sie sich von Jesu Lehre nicht entfernt haben.
Unsere Gier und Machtgelüste erzeugen Hass,
Angriff, Sklaverei und Leid, statt Fürsorge anzubieten.
Es ist tragisch, denn es ist das absolute Gegenteil
von dem, für was wir laut Jesus bekannt sein sollten.
Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid,
wenn ihr Liebe zueinander habt.