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7.1 Warum sind die Kirchen so verkorkst?
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Was ist mit der Kirche? (Episode 7)·1 von 3Clip 1 von 3
7.1 Warum sind die Kirchen so verkorkst?
Eine Kirche ist nicht perfekt, so wie Menschen nicht perfekt sind. Kirchen bestehen aus Menschen, die sich weiterentwickeln.
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TeilenLuke 5:31-32
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German, Standard (Deutsche)
Viele können meinen Akzent nicht einordnen
und irren sich bei meinem Herkunftsland.
Also lass mich das mal erklären.:
Ich bin Ire. Und stolz darauf.
Das ist schon etwas Besonderes, von dieser kleinen Insel am Rand Europas zu stammen.
Sofern man sich an das Wetter gewöhnt, natürlich.
Iren sind so gastfreundlich und haben einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn.
Ein anderer Grund, warum Iren stolz auf ihre Heimat sind,
ist, dass wir – trotz unserer Größe – überall Spuren hinterlassen.
Wir sind ein kleines Land mit nur 4,5 Millionen Einwohnern
und dennoch sind wir weltweit irgendwie präsent.
Im 17. Jahrhundert erfanden wir die moderne Chemie und Schokoladenmilch.
Im 19. Jahrhundert die Beaufort-Skala,
die Tattoo-Maschine und das U-Boot.
Im 20. Jahrhundert beschenkten wir die Welt mit der Strahlentherapie,
dem Schleudersitz und der Titanic.
Die bauten wir nur, wir steuerten sie nicht.
Doch wir haben auch Nachteile: Jene blasse Haut, mit der
wir sogar im Haus Sonnenbrand bekommen können.
Man sagt uns antisoziales Verhalten nach
und einen Hand zum Alkoholismus.
Das ist schon peinlich, wenn wir alle über einen Kamm geschert werden.
Meine Identität als Christ hat
Ähnlichkeiten mit meiner Identität als Ire.
Ich liebe das Christentum
und ich bin stolz, Jesus demütig und stolpernd nachzufolgen.
Christen haben in der Kirchengeschichte vieles getan, das mich verlegen
macht oder in Scham versinken lässt.
Ich möchte hier nichts beschönigen an unserer Vergangenheit.
Ich möchte darüber ehrlich sein, was in all den Jahren geschah.
Doch bevor wir uns den guten und schlechten Seiten der Kirche zuwenden,
sollten wir einmal begreifen, was „Kirche“ wirklich ist.
Ich spreche jetzt nicht über eine spezifische Kirchgemeinde,
sondern über die weltweite christliche Kirche.
Mir geht es auch nicht um einen konkreten Ort.
So faszinierend ausgeschmückt Kirchen oder Kathedralen auch sein können,
auch mit den farbigen Kirchenfenstern,
es sind letztendlich Gebäude, leere Gebäude.
Das beste Bild, um die Kirche zu verstehen,
ist, wenn wir sie als Spital für Sünder ansehen,
nicht als Museum für Heilige.
Jesus sagte selbst: Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken.
Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen,
sondern diejenigen, die wissen, dass sie Sünder sind.
Gott bietet der Welt durch den Tod von Jesus Vergebung an –
als bedingungsloses Geschenk.
Diese kann man sich nicht verdienen.
Es ist nicht so, dass du zuerst dein Leben auf die Reihe kriegen
und alles in Ordnung bringen musst, bevor du Christ werden darfst.
Es geht vielmehr darum, Vergebung in deinem Leben willkommen zu heissen,
egal, in welcher Situation du dich gerade befindest,
und unabhängig davon, welche Fehler du gemacht hast.
Den Christen wird eine Sache immer wieder vorgeworfen.
Manche sagen nämlich, dass es viele Atheisten gibt, die viel freundlicher,
sogar viel moralischer sind als viele Christen.
Das kann sicherlich wahr sein.
Ich erklär das mal.
Wenn nur jene Menschen zur Kirche gehören würden,
die Jesus begegnet sind, als er auf dieser Erde lebte,
wärt ihr geschockt.
So eine Kirche würde aus betrügerischen Geschäftsleuten,
Dieben, Ehebrechern und Prostituierten bestehen.
Ich sage nicht, dass diese Menschen ihren Charakter beibehielten,
weil ihr Leben sich radikal veränderte.
Doch wenn wir jene Menschen nur wenige Tage nach ihrer
radikal heilenden Begegnung mit Jesus getroffen hätten?
Wenn du so als Zaungast nur ihre Sünde, nicht
aber ihre ganze Biographie kennen würdest,
würdest du schnell zum Schluss kommen, dass
dies eine Kirche der Heuchler und Lügner wäre.
Ich denke, dass sich viele Christen
nicht so moralisch handeln wie diejenigen,
die nicht-religiös sind.
Bestenfalls ist ein Christ wie ein Bauwerk, das stets „in Arbeit“ ist.
Und eine funktionierende Kirche besteht aus unreifen und zerbrochenen Menschen,
denen noch ein langer Heilungsweg bevorsteht – emotional,
geistlich und moralisch.