Was ist mit der Kirche? (Episode 7)·3 von 3

7.3 Kann ich zur Kirche gehören?

Es gibt viele christliche Organisationen und Kirchen, die heute an einigen der schwierigsten Orte der Welt arbeiten, um Hoffnung und Veränderung zu bringen.

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Micah 6:8
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German, Standard (Deutsche)
Es gibt noch eine andere wichtige Geschichte über die Christen. Durch sie lassen sich weder schwere Fehler entschuldigen oder beheben. Doch sie erinnert mich daran, dass es Dinge gibt, auf die Christen stolz sein können. Im Laufe der Geschichte hat die Welt Veränderung erlebt durch Menschen, die dem Lebensstil und dem Vorbild Jesu gefolgt sind. Unzählige Schulen, Krankenhäuser und Obdachlosenheime wurden nicht nur von Kirchen gegründet und finanziert, sondern wurden auch durch Christen mit Christen Herzlichkeit, Fürsorge und aufopferungsbereiter Liebe geleitet. Es ist wahr, dass Teile der Kirche schuldig wurden, weil sie Sklaverei gerechtfertigt haben, doch es gab auch Männer und Frauen wie Abraham Lincoln, William Wilberforce, Harriet Tubman, die sie beenden wollten. Sie wollten die Sklaverei durch die Worte der Bibel beenden, inspiriert durch das Leben Jesu und dem Glauben daran, dass die Freiheit der Sklaven dem Wunsch Gottes von Anfang an entsprach. Jede Person ist ein gleichwertiges Ebenbild Gottes. All das passierte nicht nur in der Vergangenheit, auch heute sehen wir wunderschöne und radikale Ausdrücke dieser Liebe. Hier und rund um die Welt. Tausende christlicher Organisationen und Kirchen setzen sich in den schwierigsten Gebieten der Welt dafür ein, Hoffnung zu vermitteln und Situationen zu verändern. Insbesondere eine christliche Organisation liegt mir sehr am Herzen. Sie kümmert sich um die sogenannten „Unberührbaren“ der Gesellschaft. Es ist die Lepra-Mission. Obwohl es heute eine internationale Wohltätigkeitsorganisation ist, nahm sie ihre bescheidenen Anfänge hier in Irland. Ein Ire namens Wellesley Bailey gründete sie in den 1870er Jahren. Bei einem Kurzaufenthalt in Indien besuchte er eine ländliche Lepra-Kolonie und war tief betroffen. Er sagte: Das beste und grundlegendste Beispiel einer Arbeit in Christi Nachfolge sei die Pflege genau jener armen Leidenden. Das Wort „Lepra“ assoziieren viele Menschen mit einer Hautkrankheit aus der Vergangenheit, aus einer Welt voller vermeidbarer Katastrophen. Auch wenn in den meisten westlichen Ländern Lepra medizinisch geheilt werden kann, gibt es traurigerweise immer noch 16 Länder auf dieser Welt, wo die Lepra-Kranken immer noch unter den Konsequenzen und dem Stigma von Lepra leiden. Ich war vor kurzem auf einer Reise der Lepra-Mission Irland, um zu einem Teil ihrer Arbeit in Südostindien eine Dokumentation zu erstellen. Auf der Reise wurde erzählte mir das Team, dass ca. alle zwei Minuten jemand die Diagnose bekommt: „Du hast Lepra.“ Ich war schockiert, als ich herausfand, dass wir ein junges Mädchen namens Yeshwari interviewen würden, die viel jünger war als ich und der diese schlimmen Worte gesagt worden waren. Während des Interviews stand das Entsetzen in ihrem Gesicht geschrieben, als sie uns vom Verlust ihres Arbeitsplatzes aufgrund ihrer Krankheit berichtete. Sie erklärte, dass ihre Familie nicht nur finanziell litt, sondern auch durch die soziale Ächtung der Gesellschaft. Und trotzdem war sie unendlich dankbar und voller Freude darüber, wie die Lepra-Mission ihr bereits hatte helfen können. Die Krankheit wurde behandelt und das soziale Stigma wurde bekämpft, indem man sich für sie und ihre Familie einsetzte. Und darüber hinaus konnte sie wieder in ihrem Beruf arbeiten. Wenn die Lepra-Mission nur eindimensional arbeiten würde, gäbe es für Yeshwari nur die Heilung. Die Lepra-Mission folgt dem Vorbild Jesu, indem sie Heilung bringt, die Würde der Menschen wiederherstellt und das Stigma auflöst. Es ist ein wunderschöner Ausdruck von Kirche. Wenn wir nur auf all das Negative blicken, das „die Kirche“ verursacht hat, übersehen wir das große Ganze.. Die andere Seite der Medaille macht mich demütig. All diese tapferen Männer und Frauen, die ich weltweit kenne, die sich mit aller Kraft einsetzen. Sie vergeben ihren Verfolgern, bringen Essen und Wasser zu den Leidenden und Bildung zu den Mittellosen. Die Helfer blicken nicht auf das Böse, dass all diese Zustände verursachte. Sie arbeiten, vergeben, setzen sich ein und machen weiter. All diese Menschen sind die Kirche, so wie ich sie sehe. Ich liebe es, dieser grossen Gemeinschaft anzugehören. Es scheint wie eine Trennlinie zu geben zwischen Momenten, die Christen am liebsten vergessen würden, und Momenten, auf die sie stolz sind. Doch immer wenn die Kirche gelebt und geliebt hat wie Jesus, haben diese hoffnungsvollen Momente ganze Generationen verändert. Genau deshalb liebe ich es, ein Teil davon zu sein.
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