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5.2 Befolgen Christen nur Regeln?
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Sind Christen Heuchler? (Folge 5)·2 von 3Clip 2 von 3
5.2 Befolgen Christen nur Regeln?
Es ist wichtig, dass du nicht zulässt, dass ein falscher christlicher Lebensstil dich zu jemandem macht, der anderen gegenüber heiliger ist als du selbst.
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German, Standard (Deutsche)
Fluche nicht, mache keine Witze,
vermeide bestimmte Musik.
Geh nicht in Pubs, Nachtclubs, dunkle Seitenstraßen,
Kleide dich nicht unangemessen, gehe nicht sonntags einkaufen.
Bloß nicht zu viel Freude erleben, okay?
Mit einer irreführenden Liste wie dieser
könnte man meinen, dass das Christentum mehr aus Verboten besteht als
aus Hinweisen zur Selbstentwicklung.
Und ich würde es euch nachsehen, wenn ihr jetzt denkt, dass Christen langweilig sind
oder es ihnen im Leben auf nichts als das Befolgen von Regeln ankommt.
Doch wenn du nur schon ein Evangelium mal ganz liest,
kannst, dass Jesus ein langweiliger Mensch war
oder sich als Regelpolizist präsentierte.
Ihm kam es vor allem darauf an, dass wird die Fülle des Lebens verstehen.
Jeder Christ, der das versteht, sollte das auch widerspiegeln.
Doch natürlich geht es in unserer Gesellschaft auch um Regeln.
Ohne Straßenverkehrsregeln würden wir bald im Chaos landen.
Ohne dass ein Zoo Regeln aufstellt und einhält,
würde sich niemand mehr aus dem Haus trauen.
Oder wenn es in der Schule keine Regeln gäbe, ginge es
zu wie in einem Bienenschwarm.
Sicherlich sind manche der geltenden Regeln heutzutage verrückt.
In Florida (USA) ist es illegal,
nach 18:00 Uhr in der Öffentlichkeit an Donnerstagen zu furzen.
In Japan ist Übergewichtigkeit illegal.
Gerade in Japan, das Sumo-Wrestler salonfähig machte.
Nur ein lizenzierter Elektriker darf Glühbirnen in Victoria (Australien), wechseln.
Und in Irland darf ein Einwohner der Stadt Dublin Nutztiere
auf öffentlichen Grünflächen weiden,
was Bono von der Band U2 im Jahr 2000 vollends ausschöpfte.
Wenn es um den Glauben geht,
dienen Regeln und Prinzipien jedoch dazu, unser Leben aufzuwerten.
Ich habe in einem früheren Video den Sabbat erwähnt,
jenen Tag der Woche, an dem man jegliche Arbeit unterlassen soll.
Diese Idee gefällt mir sehr.
So kann ich einem Rhythmus aus Ruhe- und Arbeitsphasen folgen.
Und in emotionaler Hinsicht erinnert mich dieses Prinzip
daran, dass ich nicht durch Leistung definiert werde.
Das ist einer der Gründe, warum es heutzutage Wochenenden gibt.
Zumindest für diesen Aspekt der Religion sollten wir dankbar sein.
Das Problem daran, wenn es sich im im Christentum nur noch um Regeln dreht,
ist die Art von Menschen, die das hervorbringt. Scheinheilige, Rechthaber
oder Menschen mit Überlegenheitskomplexen.
Solche Menschen denken, sie seien besser als andere, weil sie die Regeln einhalten.
So werten sie sich selbst auf und andere ab.
Es ist interessant, dass genau dies etwas von dem war,
wogegen sich Jesus entschieden aussprach.
Und wie er es oft gerne tat, illustrierte er seine Meinung mit einem schlagkräftigen Gleichnis.
In diesem Gleichnis geht es um einen Zöllner
einen religiösen Leiter, die zufällig gleichzeitig
im Tempel beteten, ähnlich wie diesem hier.
Der religiose Leiter betete:
„Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute,
wie Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder schon gar nicht wie dieser Zöllner.
Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.“
Der Zöllner betete:
"Gott, sei mir Sünder gnädig."
Die Antwort Jesu darauf gibt uns den Blick auf das große Ganze.
Er lobt die von Herzen aufrichtige Antwort des Zöllners,
der seine Sünden einsieht und Gott um Vergebung bittet.
Doch Jesus warnte den religiösen Leiter strikt, indem er sagte:
"Wenn du so hochnäsig herumläufst,
wirst du am Ende flach am Boden liegen.“
Der Pharisäer liegt nicht falsch damit, die
Regeln einzuhalten – aber mehr tut er nicht.
Und er lobt sich selbst dafür.
So erfüllt ihn das mit Stolz und mit Verachtung gegenüber anderen.
Gott sollte ihn besser würdigen, oder mehr beachten als jeden anderen.
Der Pharisäer hatte jedoch das wichtigste Gebot überhaupt vergessen:
Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen
und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Schon immer war das Christentum eine
Beziehungssache zwischen Gott und seinen Geschöpfen.
Nun, interessant ist sicherlich:
Jener Pharisäer, der sich so um die Regeln bemüht,
zerstört gerade dadurch etwas, was für ihn das Wichtigste überhaupt
sein sollte: Seine Beziehung zu Gott.
Wenn wir Christen ein Vorbild liefern sollten, dann das der Demut.
Wir sind eine Familie von Außenseitern und Versagern,
die ihre Defizite anerkennen, aber die, die Freiheit kennen, Gottes Vergebung bringt.
Wenn ich also Regeln oder Prinzipien
folgen will, dann so, dass ich mich so verhalte wie Jesus.
Wie wir Zeit und Geld investieren,
wie wir uns gegenüber Freunden, Familienmitgliedern,
Beziehungspartnern verhalten – wir können Jesus nachahmen.
Er bezahlte mit seinem Leben für mich. Deshalb möchte ich mich mit ganzer
Kraft dafür einsetzen, wie Jesus zu leben.