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6.3 Wird sich das alles lohnen?
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Ist Gott gut? (Episode 6)·3 von 3Clip 3 von 3
6.3 Wird sich das alles lohnen?
Im Christentum geht es nicht darum, sich zu fragen, warum Leid geschieht, sondern darum, wie wir auf das Leid in der Welt um uns herum reagieren.
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TeilenRomans 5:3
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German, Standard (Deutsche)
Eine andere Begebenheit wird im
Johannesevangelium erzählt. Jesus und seine Jünger
kommen auf einer Straße an einem blindgeborenen Mann vorbei.
Die Jünger waren es gewohnt, die Welt schnell und einfach zu interpretieren.
Der Blinde, so dachten sie, litt wegen seiner Sünden.
Und so fragten sie Jesus: „Rabbi:
wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?“
Wie gewöhnlich, hatte Jesus keine einfache Antwort parat.
Er sagt: „Ihr stellt die falsche Frage.
Ihr wollt wissen, wer schuld ist.
Doch hier haben wir nicht das Prinzip von Ursache und Wirkung.
Achtet vielmehr darauf, was Gott alles tun kann!“
Das Christentum ist nicht so stark fokussiert darauf,
zu erklären, warum das Leid in der Welt ist.
Sondern Jesus lädt uns ein, auf das Leid einzugehen.
Der Autor Mike Iaconelli beschreibt in einem seiner Bücher,
dass seine Tochter einmal schwerkrank war und er sich
im Wartezimmer im Spital befand.
Er wusste, dass hinter jener Tür seine Tochter um ihr Leben kämpfte.
Ohne wirklich positive Aussichten.
Er konnte nichts tun als beten.
Als er begann, konnte er nicht einfach die
Augen schließen und jene anderen Patienten im Wartezimmer ignorieren.
Sein Kind war nicht der einzige Patient
und er war nicht das einzige Elternteil, das Angst hatte.
Und als er zu beten begann,
wurde ihm klar, dass er nicht einfach nur für sein
Kind beten konnte. Unser Glaube soll nicht nur unser eigenes Leben heilen.
So betete er für jedes Elternteil in diesem Wartezimmer,
für jedes Kind hinter den Spital-Türen.
Gottesliebe und Nächstenliebe fordert uns auf, Gott nicht nur für die Verbesserung der eigenen Situation zu bitten,
sondern für die Transformation der Welt.
Es geht nicht nur darum, dass wir beten dass wir selbst nicht mehr leiden,
sondern dass wir für das Ende allen Leides beten und hoffen und uns auch dafür einsetzen.
Das Christentum lässt uns dem Leid nicht entkommen.
Stattdessen lehrt uns die Bibel, wie das Leid ein Gewinn sein kann,
denn durch Leiden lernen wir Geduld
und Geduld beschenkt uns mit Charakterstärke.
Dies wiederum befähigt uns zur Hoffnung.
Etwas später sagt die Bibel, dass wir es sogar für eine Es ist eigentlich, so
sollten wir es eine Freude halten sollen, wenn wir alle möglichen Prüfungen erleben,
denn diese Herausforderungen formen unser Durchhaltevermögen.
Die Welt um uns schreit nach Menschen, die Hoffnung in sich tragen,
die belastbar sind,
die einen guten Charakter haben, die mit Ausdauer Gott und ihren
Nächsten nach besten Kräften dienen können.
Wir wollen alle eine Welt ohne Leid.
Jedoch - und das ist wichtig -
all jene, die der Welt Wichtiges gegeben haben,
waren oft genau die Menschen, die am meisten Leid erfuhren.
Nelson Mandela zum Beispiel
befand sich 27 Jahre lang zu Unrecht im Gefängnis und
nach seiner Freilassung vergab er denen, die ihn einsperrten
und setzte sich noch bis zu seinem Tode für die Versöhnung der Rassen in Südafrika ein.
Oder Elizabeth Elliot:
In den 1950er Jahren war ihr Mann Missionar der Eingeborenen in Ecuador
und wurde auf einer seiner Reisen von einem von ihnen ermordet.
Und wie reagierte Elizabeth darauf?
Sie setzte für die nächsten zwei Jahre die Missionsarbeit in jenem Stamm fort,
dessen Mitglied ihren Mann getötet hatte.
Einfach unglaublich.
Solche Menschen veränderten die Welt durch ihr Leiden
und damit, wie sie auf ihren Schmerz reagierten.
Sie schlugen nicht zurück -
sondern, wie Jesus, entschieden sie sich
für die Vergebung, die Heilung, Freiheit und Frieden.
Und was mir auch Hoffnung schenkt, ist das Ende, über das das Christentum spricht.
Es spricht über ein Ende, an dem es keinen Schmerz und kein Leid mehr geben wird.
Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung,
schreibt Johannes, der Autor:
Und ich hörte eine laute Stimme rufen: „Sieh her,
Gottes Wohnung ist bei den Menschen!
Er wird jede Träne abwischen von ihren Augen
und es wird keinen Tod mehr geben.
Es wird keine Trauer, kein Klagegeschrei und keinen Schmerz mehr geben,
denn was früher war, ist vergangen.“
Manchmal wünsche ich mir, es gäbe eine einfachere Lösung für das Leid.
Ich frage mich: Wenn es kein Leid gäbe, wäre es dann
einfacher für die Menschen, zu glauben?
Ich weiß wohl, dass ich euch wohl in dieser Episode nicht
die Antwort gab, auf die ihr gehofft haben mögt.
Das ist mir umso mehr bewusst, weil ich mich in New York am Ground Zero befinde,
dort, wo 2001 das World Trade Center
zerstört wurde. Als Teenager verfolgte ich die Nachrichten, sah, was alles geschah,
und erfuhr, dass Tausende an jenem Tag ihr Leben verloren.
Wie konnte dies geschehen?
Zum Abschluss sage ich euch, wie ich selbst jetzt über alles denke.
Einerseits vertraue ich darauf, dass Gott gut ist.
Andererseits schwelen in mir noch ungelöste Fragen.
Vielleicht werde ich niemals Antworten dafür finden.
Doch das Leben von Jesus inspiriert mich dazu,
den Bedürftigen zu helfen, mit den Leidenden zu trauern
und die Hoffnung zu vermitteln, dass
Gott alles neu machen wird.